
Die Gestaltungstherapie ist eine tiefenpsychologisch fundierte
Methode, bei der die aktive Bildgestaltung als therapeutisches Mittel
eingesetzt wird. Sie basiert auf den theoretischen Modellen der
Psychoanalyse, insbesondere der Ich-Psychologie und der
Objektbeziehungstheorie, sowie den Erkenntnissen der analytischen
Psychologie (C.G. Jung).
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Die Gestaltungstherapie stellt einen symbolischen
Raum zur Verfügung, dessen Inhalt eine Atmosphäre von Sinnlichkeit,
Reizen und Handlungsimpulsen schafft und in dem ein Spielraum für
Spüren, Schauen, Entfalten und Begegnen bietet. Das spontane Malen und
Gestalten knüpft an Tätigkeiten und sinnliches Erleben aus
frühkindlichen Entwicklungsstadien an. Der Patient begibt sich im
Gestaltungsprozess auf die Suchen nach sich selbst, seinen eigenen
Energien, Erfahrens- und Erlebnisspuren: Auf spielerischen Weise erlaubt
ihm dies, Neues zu erproben, sich zu entwickeln, von möglichen
Blockaden zu befreien und die Quelle seiner Kreativität
wiederzuentdecken.
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Eine besondere Form der Gestaltungstherapie ist die Sandspieltherapie
(n. Dora M. Kalff). Dem Patienten steht eine Vielzahl von kleinen
Figuren zur Auswahl, mit denen er gestalterisch seine innere und äußere
Welt innerhalb eines standardisierten Sandkastens zum Ausdruck bringen
kann. Dabei wird deutlich, dass der Mensch durch diese kreative,
spielerische Tätigkeit seinem Inneren nahe kommt und einen Bezug zum
Unbewussten schafft.

Das Spiel oder das Malen ist Mittler von Innen und Außen, von Unsichtbarem und Sichtbarem.
Dieser Prozess und das damit verbundene Erleben, sowie die Wirkung
des Bildes, werden durch das anschließende Gespräch mit dem Therapeuten
vertieft. Er hilft dem Patienten behutsam, unbewusste Inhalte zu
entschlüsseln und fördert den inneren Dialog, um den
Selbstfindungsprozess in Gang zu bringen bzw. weiter in Fluss zu
halten. Erst dadurch kann aus einem kreativen Prozess ein
therapeutischer Erkenntnisprozess werden.

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